Wandern mit dem Wolf – oder wenn wunde Haut die Wanderlust trübt

Hautwolf kannte ich aus der Rekrutenschule zum Glück nur vom Hörensagen. Dass es mich selbst auf einer kleinen Wanderung erwischen würde, hätte ich nie gedacht. Was ich dagegen tun kann, dass der Hautwolf nicht mehr kommt, habe ich jetzt gelernt.

Als ich vor über 20 Jahren im Militär lange Märsche in Vollmontur absolvieren musste, war er mehr gefürchtet als das Essen aus der Feldküche: der Wolf! Nicht die pelzigen Vierbeiner aus dem Wald, sondern die nässende rote Hautentzündung zwischen den Beinen. Dass die etwas Korpulenteren in unserem Zug häufiger betroffen waren, beruhigte mich, da ich immer zu den sportlichen Typen zählte und in der Freizeit viel am Joggen und Biken war.

Ich hatte diese Geschichten schon lange vergessen, bis es mich letzten Sommer, auf einer gemütlichen Sommerwanderung im Bündnerland doch noch getroffen hat. Nach nur drei Stunden leichten Wanderns, bei Sonnenschein und warmen Bergwetter, merkte ich wie Schweiss und Wärme die Haut an meinen inneren Oberschenkel strapazierte. Die Reibung war unangenehm spürbar und auch der Versuch breitbeinig weiterzugehen half nur bedingt. Abends im Hotelzimmer, zeigten meine knallroten Oberschenkel ein eindeutiges Bild: Ich hatte mir den Wolf gelaufen.

Meine Freundin hatte in der Reiseapotheke eine Zink Creme mit dabei. Eine Creme darf bei mir aber nicht klebrig und zäh sein. Diese Creme liess sich gut verstreichen und beim Duschen leicht mit Wasser abspülen. Die Creme hat die aufgeweichte, feuchte Haut rasch getrocknet und die Rötung gebessert. Damit die Haut atmen kann, habe ich den nächsten Tag am See verbracht und viel Luft an die Haut gelassen.